Häufig gestellte
Fragen (FAQ)
Welches Material
ist für den Ersteinsatz geeignet?
Grundsatz
ist die Einhaltung der EU-Nickel-Richtlinien, sowie anderer wichtiger
Eigenschaften. Für den Ersteinsatz ist besonders die Titanlegierung
mit der Bezeichnung Ti6AL4V Eli (grade 23 surgical titanium) geeignet.
Im Gegensatz dazu erfüllt chirurgischer Edelstahl, wie beispielsweise
316, 316L, 316LVM usw. nicht die erforderlichen Kriterien und ist deshalb
nur für abgeheilte Piercings geeignet. Titan Grad 23 ist das am besten
geeignetste Material, das auf dem Markt ist. Wir empfehlen für den
Ersteinsatz alle von uns angebotenen Schmuckstücke der HIGHLINE-Serie
mit Ti-Glo® Glanzpolitur, sowie die gleichen Artikel in anodisierter
Form (farbig). Alle Artikel der HIGHLINE-Serie bestehen aus Titan
Grad 23. Neben Titan Grad 23 ist auch Implantanium® und PTFE (Polytetrafluoroethylen
- auch als Teflon bezeichnet) für den Ersteinsatz zugelassen, wobei
letzteres bisher noch sehr wenig verbreitet ist.
Grundsätzlich ungeeignet sind unpolierte Materialien. Einige Hersteller
verwenden auch Titan Grade 1, weil diese bis 50% billiger in der Herstellung
sind. Analysen haben jedoch gezeigt, daß sich das Hautgewebe in
Kontakt mit Titan Grade 1 permanent schwarz färbt. Grund dafür
ist die geringere Härte und geringere Abriebfestigkeit dieses unlegierten
Materials.
Wie kann man BCR's
(Klemmkugelringe) öffnen?
BCR's
(Ball Closure Ring), also Klemmkugelringe öffnet man am einfachsten
und schonendsten (in Bezug auf zerkratzen der Oberfläche) mit einer
speziellen Ringöffnungszange.
Abbildung: siehe in unserem Online-Shop unter Zubehör
Alternativ kann man eine sogenannte Sprengringzange aus dem Baumarkt dazu
zweckentfremden, wobei es allerdings hierbei leicht zur Oberflächenbeschädigung
der Ringe kommen kann, für die wir keinerlei Haftung übernehmen.
Bei letzter Variante ist auf jeden Fall ein zusätzlicher Schutz vor
Beschädigung unumgänglich.
Abheilzeiten
Die
Dauer der Heilungsphase ist sehr unterschiedlich und reicht von 2-3 Wochen
bis hin zu mehreren Monaten. Sogar ein halbes bis ganzes Jahr sind beispielsweise
bei Ampallang oder Apadravya durchaus realistisch. Der Verlauf und die
Dauer eines Pircings ist von mehreren Umständen abhängig (welches
Körperteil wird gepierct?; wie stark wird das Piercing strapaziert?;
hygienische Bedingungen während und nach dem Piercen etc.). Nähere
Angaben zu den Abheilzeiten siehe unter den einzelnen Piercingarten. Sie
gelten jedoch nur unter optimalen Bedingungen - also optimale Pflege (wird
demnächst noch gesondert unter einer extra Seite "Aftercare/Abheilzeiten"
beschrieben) und keine auftretenden Komplikationen.
Welche Materialstärke
bei Ersteinsatz?
Der
dünnste Schmuck besteht aus einer Drahtstärke von 1,0 bzw. 1,2mm.
Diese dünnen Materialstärken (von Kennern scherzhaft auch als
"Käseschneider" bezeichnet) verlieren immer mehr an Bedeutung
und werden höchstens noch bei Augenbrauen und Nasenflügeln oder
bei geschossenen Ohrlöchern (darauf gehen wir später gesondert
ein) verwendet. Im Laufe der letzten Jahre hat sich eine Materialstärke
von 1,6mm - man kann schon fast sagen als Standard für fast alle
Piercingarten entwickelt Im Intimbereich auch oft 2,0 oder 2,4mm.
Ab wann kann man
Dehnen?
Das
Dehnen eines Piercings sollte im Normalfall erst bei einem gut abgeheilten
Piercing erfolgen. Es gibt seltene Ausnahmen, die ein früheres Dehnen
sinnvoll machen. Zum Beispiel, wenn es sich bei einem schlecht heilenden
Piercing zu deren Gunsten auswirkt und durch das frühzeitige Dehnen
die Heilung angeregt wird. Das ist aber im Einzelfall von erfahrenem Piercerpersonal
zu entscheiden. Man sollte sich ruhig etwas Zeit für das Dehnen lassen
und dann auch immer nur in kleinen Schritten dehnen (jeweils immer nur
von einer Materialstärke zur nächsthöheren). Zwischen zwei
Dehnungen sollte immer genug Zeit verbleiben (mehrere Wochen), damit sich
das Gewebe um den Stichkanal herum und auch der Stichkanal selbst genügend
Zeit zum Anpassen hat. Ein zu schnelles Dehnen fördert auch die Migration
(Herauswachsen) - besonders bei den sowieso schon gefährdeten Piercingarten,
wie bei Pubic und ähnliche. Bei zu starker Dehnung kann sich das
Hautgewebe nicht so schnell anpassen und kann dadurch auch einreißen,
bzw. das Gewebe wird so sehr gestrafft, daß keine oder nur noch
eine ungenügende Durchblutung stattfindet und das betroffene Hautgewebe
somit abstirbt und das Schmuckstück somit "herauswächst".
Schießen oder
Stechen?
Die
Frage läßt sich einfach beantworten. Stechen ist in mehrfacher
Hinsicht extrem besser und in jedem Fall der Vorzug zu geben. Schießen
mit der Ohrlochpistole ist eine Methode vergangener Zeiten, die leider
heutzutage immer noch in vielen Juweliergeschäften und sogar Piercingstudios
angewendet wird. Durch das Schießen mit den dabei verwendeten, sehr
stumpfen Ohrsteckern wird das Hautgewebe regelrecht zerfetzt, was erstens
schmerzhafter ist als der Schmerz beim Stechen mit den speziellen Nadeln.
Und zum anderen heilt das Hautgewebe, welches mit der Nadel sauber durchtrennt
wurde, bedeutend schneller. Desweiteren lassen die hygienischen Voraussetzungen
bei der Verwendung der Ohrlochpistole sehr zu wünschen übrig:
- die Ohrlochpistole kann nicht ordnungsgemäß sterilisiert
werden und zur Folge können Krankheitserreger und sogar HIV übertragen
werden
- die zur Anwendung kommenden Ohrstecker sind zwar steril verpackt, aber
sobald sie mit der Pistole in Kontakt kommen, ist es vorbei mit der Sterilität
- die Ohrstecker für die Ohrlochpistole haben eine Einheitsgröße
und können dadurch nicht individuell angepaßt werden, also
wenn jemand von vornherein etwas dickere Ohrläppchen beisitzt und
diese noch etwas anschwellen, sitzen sie auf jeden Fall viel zu eng
- eine ordentliche hygienische Nachbehandlung bis zur vollständigen
Heilung ist bei diesen Ohrsteckern nicht gegeben
Als Alternative zum Stechen gibt es nur noch das sogenannte Punchen (Stanzen),
was aber nur von sehr wenigen Piercern angeboten wird. Die Anwendung beschränkt
sich meistens auf die sogenannten Ohrknorpel-Piercings. |