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last updated:
03.03. 2010


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welches Material ist für den Ersteinsatz geeignet?

Grundsatz ist die Einhaltung der EU-Nickel-Richtlinien, sowie anderer wichtiger Eigenschaften. Für den Ersteinsatz ist besonders die Titanlegierung mit der Bezeichnung Ti6AL4V Eli (grade 23 surgical titanium) geeignet. Im Gegensatz dazu erfüllt chirurgischer Edelstahl, wie beispielsweise 316, 316L, 316LVM usw. nicht die erforderlichen Kriterien und ist deshalb nur für abgeheilte Piercings geeignet. Titan Grad 23 ist das am besten geeignetste Material, das auf dem Markt ist. Wir empfehlen für den Ersteinsatz alle von uns angebotenen Schmuckstücke der HIGHLINE-Serie mit Ti-Glo® Glanzpolitur, sowie die gleichen Artikel in anodisierter Form (farbig). Alle Artikel der HIGHLINE-Serie bestehen aus Titan Grad 23. Neben Titan Grad 23 ist auch Implantanium® und PTFE (Polytetrafluoroethylen - auch als Teflon bezeichnet) für den Ersteinsatz zugelassen, wobei letzteres bisher noch sehr wenig verbreitet ist.
Grundsätzlich ungeeignet sind unpolierte Materialien. Einige Hersteller verwenden auch Titan Grade 1, weil diese bis 50% billiger in der Herstellung sind. Analysen haben jedoch gezeigt, daß sich das Hautgewebe in Kontakt mit Titan Grade 1 permanent schwarz färbt. Grund dafür ist die geringere Härte und geringere Abriebfestigkeit dieses unlegierten Materials.

Wie kann man BCR's (Klemmkugelringe) öffnen?

BCR's (Ball Closure Ring), also Klemmkugelringe öffnet man am einfachsten und schonendsten (in Bezug auf zerkratzen der Oberfläche) mit einer speziellen Ringöffnungszange.
Abbildung: siehe in unserem Online-Shop unter Zubehör
Alternativ kann man eine sogenannte Sprengringzange aus dem Baumarkt dazu zweckentfremden, wobei es allerdings hierbei leicht zur Oberflächenbeschädigung der Ringe kommen kann, für die wir keinerlei Haftung übernehmen. Bei letzter Variante ist auf jeden Fall ein zusätzlicher Schutz vor Beschädigung unumgänglich.

Abheilzeiten

Die Dauer der Heilungsphase ist sehr unterschiedlich und reicht von 2-3 Wochen bis hin zu mehreren Monaten. Sogar ein halbes bis ganzes Jahr sind beispielsweise bei Ampallang oder Apadravya durchaus realistisch. Der Verlauf und die Dauer eines Pircings ist von mehreren Umständen abhängig (welches Körperteil wird gepierct?; wie stark wird das Piercing strapaziert?; hygienische Bedingungen während und nach dem Piercen etc.). Nähere Angaben zu den Abheilzeiten siehe unter den einzelnen Piercingarten. Sie gelten jedoch nur unter optimalen Bedingungen - also optimale Pflege (wird demnächst noch gesondert unter einer extra Seite "Aftercare/Abheilzeiten" beschrieben) und keine auftretenden Komplikationen.

Welche Materialstärke bei Ersteinsatz?

Der dünnste Schmuck besteht aus einer Drahtstärke von 1,0 bzw. 1,2mm. Diese dünnen Materialstärken (von Kennern scherzhaft auch als "Käseschneider" bezeichnet) verlieren immer mehr an Bedeutung und werden höchstens noch bei Augenbrauen und Nasenflügeln oder bei geschossenen Ohrlöchern (darauf gehen wir später gesondert ein) verwendet. Im Laufe der letzten Jahre hat sich eine Materialstärke von 1,6mm - man kann schon fast sagen als Standard für fast alle Piercingarten entwickelt Im Intimbereich auch oft 2,0 oder 2,4mm.

Ab wann kann man Dehnen?

Das Dehnen eines Piercings sollte im Normalfall erst bei einem gut abgeheilten Piercing erfolgen. Es gibt seltene Ausnahmen, die ein früheres Dehnen sinnvoll machen. Zum Beispiel, wenn es sich bei einem schlecht heilenden Piercing zu deren Gunsten auswirkt und durch das frühzeitige Dehnen die Heilung angeregt wird. Das ist aber im Einzelfall von erfahrenem Piercerpersonal zu entscheiden. Man sollte sich ruhig etwas Zeit für das Dehnen lassen und dann auch immer nur in kleinen Schritten dehnen (jeweils immer nur von einer Materialstärke zur nächsthöheren). Zwischen zwei Dehnungen sollte immer genug Zeit verbleiben (mehrere Wochen), damit sich das Gewebe um den Stichkanal herum und auch der Stichkanal selbst genügend Zeit zum Anpassen hat. Ein zu schnelles Dehnen fördert auch die Migration (Herauswachsen) - besonders bei den sowieso schon gefährdeten Piercingarten, wie bei Pubic und ähnliche. Bei zu starker Dehnung kann sich das Hautgewebe nicht so schnell anpassen und kann dadurch auch einreißen, bzw. das Gewebe wird so sehr gestrafft, daß keine oder nur noch eine ungenügende Durchblutung stattfindet und das betroffene Hautgewebe somit abstirbt und das Schmuckstück somit "herauswächst".

Schießen oder Stechen?

Die Frage läßt sich einfach beantworten. Stechen ist in mehrfacher Hinsicht extrem besser und in jedem Fall der Vorzug zu geben. Schießen mit der Ohrlochpistole ist eine Methode vergangener Zeiten, die leider heutzutage immer noch in vielen Juweliergeschäften und sogar Piercingstudios angewendet wird. Durch das Schießen mit den dabei verwendeten, sehr stumpfen Ohrsteckern wird das Hautgewebe regelrecht zerfetzt, was erstens schmerzhafter ist als der Schmerz beim Stechen mit den speziellen Nadeln. Und zum anderen heilt das Hautgewebe, welches mit der Nadel sauber durchtrennt wurde, bedeutend schneller. Desweiteren lassen die hygienischen Voraussetzungen bei der Verwendung der Ohrlochpistole sehr zu wünschen übrig:
- die Ohrlochpistole kann nicht ordnungsgemäß sterilisiert werden und zur Folge können Krankheitserreger und sogar HIV übertragen werden
- die zur Anwendung kommenden Ohrstecker sind zwar steril verpackt, aber sobald sie mit der Pistole in Kontakt kommen, ist es vorbei mit der Sterilität
- die Ohrstecker für die Ohrlochpistole haben eine Einheitsgröße und können dadurch nicht individuell angepaßt werden, also wenn jemand von vornherein etwas dickere Ohrläppchen beisitzt und diese noch etwas anschwellen, sitzen sie auf jeden Fall viel zu eng
- eine ordentliche hygienische Nachbehandlung bis zur vollständigen Heilung ist bei diesen Ohrsteckern nicht gegeben
Als Alternative zum Stechen gibt es nur noch das sogenannte Punchen (Stanzen), was aber nur von sehr wenigen Piercern angeboten wird. Die Anwendung beschränkt sich meistens auf die sogenannten Ohrknorpel-Piercings.

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