Pflegehinweise
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Diese Angaben erheben keinesfalls
Anspruch auf Vollständigkeit.
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Pflege frischer Piercings
Frische
Piercings reinigen Sie bis zu deren vollständigen Abheilung möglichst
2-3 mal täglich. Gehen Sie dabei folgendermaßen vor:
Waschen Sie grundsätzlich immer erst Ihre Hände. Anschließend
werden die Wundsekret- und andere Ablagerungen am Schmuck, sowie Ein-
und Austrittsöffnungen des Stichkanals mit etwas wares Wasser
eingeweicht und vorsichtig entfernt. Man soll es auf jeden Fall vermeiden,
vor dem Reinigen die Lage des Schmucks so zu verändern, daß
sich die Ablagerungen am Schmuck in den Stichkanal hinein gelangen
können. Dadurch würden unnötig Schmutz und Bakterien
in die Wunde gelangen. Ein besseres Mittel zum Einweichen und Reinigen
ist eine See- oder Kochsalzlösung, die man selbst herstellen
kann (ca. 1/4 Teelöffel Salz auf einem Glas Wasser). Ist äußerlich
alles gut gereinigt, kann mit dem Desinfizieren begonnen werden. Dazu
werden der Schmuck, sowie Ein- und Austrittsöffnung des Stichkanals
am besten mit Octenisept® (Wunddesinfektionsspray zur unterstützenden
Wundbehandlung) eingesprüht. Anschließend bewegt man den
Schmuck etwas hin und her, damit auch der Stichkanal selbst desinfiziert
wird. Verwenden Sie auf keinen Fall Alkohol, oder alkoholhaltige Lösungen.
Alkohol reizt die Haut und trocknet sie aus. Dadurch wird der Heilungsprozeß
erheblich verzögert. Wasserstoff-Peroxyd ist trotz seiner bakterientötenden
Wirkung nicht geeignet, denn neben den Bakterien zerstört es
auch die Haut. Auch irgentwelche antibiotischen Salben etc. sind völlig
ungeeignet. Das Beste ist nach wie vor Wasser (Kochsalzlösung)
und eine geeignete heilungsfördernde Wunddesinfektion (Octenisept®).
Meiden Sie in den ersten Wochen Sauna, Solarium und Schwimmbad. Dagegen
ist dem Baden und Duschen zu Hause nichts einzuwenden, wobei Sie allerdings
etwas darauf achten sollten, daß möglichst kein Duschgel
oder Shampoo direkt auf die frische Piercingstelle gerät.
Besonderheiten
bei bestimmten Piercingarten
Orale Piercings allgemein
Bei frischen Piercings im Mund- und Rachenraum (Cheek, Labret,
Madonna, Medusa, Scrumper, Tongue und Uvula) in den ersten 2-3 Wochen
mehrmals täglich mit Listerine (antisept. Mundwasser) oder Kamillan®-
Lösung spülen. Das gilt ganz besonders nach dem Essen, Trinken,
Küssen und Rauchen (für diejenigen, die es auch in dieser
Zeit nicht lassen können). Auf den Verzehr von Milchprodukten,
die Joghurtkulturen oder ähnliche Inhaltsstoffe aufweisen, sowie
"fast foot" sollte in den ersten Wochen verzichtet werden.
Bei Lippen- und Wangenpiercings gilt für den äußeren
Bereich das bei den allgemeinen Pflegehinweisen gesagte (Kochsalzlösung,
Octenisept®).
Zungenpiercing
Speziell die Zunge schwillt in der Regel nach dem Piercen zum
Teil enorm an. Durch Lutschen von Eiswürfeln kann die Schwellung
reduziert werden.
Nabelpiercing
Passen Sie Ihre Kleidung entsprechend so an, daß sie nicht auf
der Piercingstelle drücken und reiben (keine engen Gürtel
direkt über der Piercingstelle etc.).
Intimpiercing
Je nach Art des Piercings sollte bis zu mehreren Wochen jegliche
sexuellen Handlungen gemieden werden. Dieser Aspekt spielt zum Beispiel
bei einem Hafada- Piercing mit etwas Vorsicht eine geringere Rolle,
jedoch sieht das bei einem Princess Albertina-, Fourchette- oder Ampallang-
Piercing schon ganz anders aus.
Pflege verheilter Piercings
Nach dem Verheilen eines Piercings ist die fürsorgliche
Pflege und Hygiene nicht beendet. Möchte man an seinen Piercings
immer Freude haben sollte man sie auch nach der völligen Abheilung
ständig kontrollieren und pflegen. Der Schmuck und der Stichkanal
muß regelmäßig gereinigt werden. Das geschieht vorwiegend
durch warmes Wasser und Bewegen des Schmucks im Stichkanal. Nach mehrwöchiger
guter Verheilung kann der Schmuck auch mal kurzzeitig herausgenommen
werden, um ihn gründlich reinigen zu können. Das sollte
aber wirklich nur kurzzeitig geschehen. Bei den meisten Piercingstellen
verengt sich der Stichkanal nach dem Herausnehmen des Schmucks so
schnell, daß bereits nach einer Stunde der Schmuck nur noch
mit großer Mühe eingeführt werden kann oder sogar
nicht mehr möglich ist. Bei besonderen Piercingarten im Genitalbereich,
wie Apadravya, Prinz Albert, Princess Albertina u.ä. ist außerdem
darauf zu achten, daß sich auf dem Schmuck keine Harnsteinablagerungen
bilden.
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